Magischer Kreis
|
|
Kreis des Feuers
|
Die Feuerprobe
Kulturelle Zusammenhänge und Körpertechniken in der Praxis des Feuerlaufs 1)
aus AM - Zeitschrift der Gesellschaft für anthropologische Medizin
“Mit Clinia würde ich auch über das Feuer gehen” (Senofonte. Simposio, 16)
Paolo Bartoli - Professor für kulturelle Anthropologie, am Institut für Ethnologie und kulturelle Anthropologie der Universität von Perugia.
“It should be our task, as anthropologists to experience others bodies through our own bodies and to learn more
about some of somatic states that we can understand but about which we know little beyond the inadequate verbal descriptions of our society”
(Blacking J. eur. 1977: 8)
1. Vorwort:
Es gehört zu der Erfahrung von vielen Anthropologen sich mit dem Verdacht der auch aus dem inneren dieser
Disziplin kommt, sich nur mit bizarren Phänomenen auch Nebenbeiphänomenen von Resten und seltsamen Dingen
die eher zu einem Sammler von exotischen Raritäten passen würden als zu einem Menschen der Wissenschaft, auseinandersetzen zu müssen.
Und eine Forschung über die Praxis des Feuerlaufens 2) erscheint auf
den ersten Blick diesen Verdacht zu bestätigen. Ich denke aber, daß es wenigstens den Anspruch auf ein bißchen Legitimität hätte wenn
es ein neues Dokument oder eine Beifügung zu jenem Archiv internationales de tecniques corporelles in denen Levi-Strauss die
Wichtigkeit der Körpererfahrung kommentierte indem er den Aufsatz von Mauss über die Körpertechniken kommentierte (Claude Levi
-Strauss in MAUSS M. 1991 (1950): XIX) gäbe .Um ehrlich zu sein hat diese Arbeit von Mauss vielleicht eher auf den täglichen sozial
nützlichen Gebrauch des Körpers und auf das scheinbar natürliche hinweisend hat er überhaupt nichts gesagt über
das Feuerlaufen. Dies erscheint eher seltsam wenn man bedenkt , daß er in seinem Aufsatz über die
Wahrnehmung der Menschen über den Feuerlauf der alten Hirpi Sorani spricht. (MAUSS M. 1991 (1950): 371) . In
Wirklichkeit ist die Ausübung des Feuerlaufes mit nackten Füßen über glühende Kohlen , über glühende Steine eine
körperliche Technik die normalerweise stark ritualisiert wurde und zu den beunruhigsten und rätselhaftesten auf
dieser Erde gehört die dokumentiert worden sind 3).
In der klassischen Welt ist die Zeremonie die am meisten zitiert wurde genau jene der Hirpi Sorani das war in den
Bergen von Soratte im faliskischen Gebiet nicht weit von Rom. Und so schreibt Strabone: “ am Fuße des Berges ist
die Stadt von Feronia gleichnamig mit einer eingeborenen Gottheit die sehr verehrt wird von den Bewohnern
dieser Region. Sein Heiligtum ist nahe der Stadt und dort wird ein seltsames Ritual ausgeübt. Die Gläubigen
besessen von der Göttin laufen auf nackten Füßen über ein langes Stück Straße das mit glühenden Kohle und
Asche bedeckt ist, ohne sich dabei zu verbrennen. (Geografia, V, 2,9) 4)
Der selbe Strabone (Geografia.XII, 2,7) erwähnt auch eine Zeremonie die in Castabala in Cappadocia ausgeübt
wurde. Die Priesterin die dem Kult von Artemide Perasia geweiht war lief barfuß über einen Glutteppich ohne sich
dabei zu verletzen. Das sind die 2 antiken Beispiele vom Feuerlaufen die auch Frazer erwähnt in seinem Kapitel
“The golden bough” das sich mit den Feuerfestivitäten beschäftigt und dort vergleicht er sie mit ähnlichen Ritualen
die auf der ganzen Welt verteilt auch außerhalb von Europa zu finden sind (Frazer J. G. 1955 a (1913):1-20). Was
aber Europa betrifft finden wir keine Notiz weder bei Frazer noch bei Schriftstellern wie de Martino der sich ja sehr
mit der Praxis über die Herrschaft des Feuers wie sie in Ozeanien oder auf den Fidschiinseln ausgeübt wird
auseinandergesetzt hat. Er führte dies in einen großen Plan der Göttlichkeit der magischen Kräfte ein. (De Martino
E. 1958 (1948) 69) . In Wirklichkeit gibt es Feuerläufe noch immer in 2 Regionen Europas (2 sehr weit auseinander
gelegene - eine im Westen und eine im Osten) unseres Kontinents. Eine befindet sich im Norden von Spanien wo
es einen kleinen Ort gibt Castilla y Leon fast an der Grenze zum Baskenland seit ewigen Zeiten wird wie dort
gesagt wird in der St. Johannsnacht ein Feuerlauf gemacht bei dem aber über die glühenden Kohlen nur die Einwohner dieses Ortes gehen 5). Die andere Gegend viel bekannter und untersuchter ist die an der Grenze
zwischen Bulgarien und Griechenland und bei der Gelegenheit des St. Konstantinsfestes am 20/21. Mai die
Anastenarides ein zeremoniellen Feuertanz auf glühenden Kohlen ausüben. Dieses Ritual das jedes Jahr
stattfindet im Aghia Eleni im griechischen Mazedonien ist untersucht wurden von den amerikanischen
Anthropologen Loring Danforth (DANFORTH L. 1989). Er hat es sehr genau beschrieben und die religiösen Aspekte
davon untersucht, auch die Heilungsaspekte davon und gleichzeitig hat er es verglichen mit den Veränderungen
die das ländliche und urale Griechenland erlebt hat 6).
Daneben wie ein Gegensatz zum Vergleich der ethnoglogischen
und ethnografischen Studie des mazedonischen Rituals Danforth zeigt eine Art des Feuerlaufens ganz und gar elaisch die sich in
den letzten Jahren in den USA nach und nach ausgebreitet hat und dort eine der vielen Therapien der Selbstverwirklichung ist in
denen sich die sogenannte New Age Bewegung ausdrückt 7). Es handelt sich dabei um Kurse der Übung vor allem besucht von
Leuten der weißen urbanen Mittelschicht mit einem höheren Bildungsgrad. Die bieten all jenen die sich entfremdet fühlen in
der modernen Welt und sein eigenes Leben als unwichtig empfindet die Möglichkeit in einem veränderten
Bewußtseinszustand hineinzukommen und über das Feuer zu laufen ohne sich zu verbrennen (DANFORTH L. 1989: 268).
Wenn man der Beschreibung des amerikanischen Anthropologen glauben will scheint es sich in Wirklichkeit um
Kurse zu handeln die denen die in verschiedenen europäischen Ländern angeboten werden sehr ähnlich sind. Sie
werden angeboten von den verschiedenen Personen mit unterschiedlicher Bildung und Ausrichtung. Der aktivste
und bekannteste in diesem Bereich ist vermutlich der deutsche Kurt Schweighardt, ein Naturmediziner der sich in
der USA in die Praxis des Feuerlaufes eingeweiht hat. Der auch in Italien bekannt geworden ist weil er auch den
Journalisten Mino Damato vorbereitet hat, und ihn dort in einem Livefilm im staatlichen Fernsehen einen Feuerlauf
machen zu lassen. Vor einigen Jahren hat er ein Buch herausgegeben das sofort auch ins italienische übersetzt
(Schweighardt K. 1987 (1986)) wurde, in denen er seine Erfahrungen und eigene Erlebnisse die mit dem Feuerlauf
zu tun haben in den Jahren in denen er ihn gelernt hat und selbst als Lehrer ausgeübt hat. Er ist auch in den
letzten Jahren öfters in unserem Land gewesen und hat dort verschiedene Menschen auf den Feuerlauf
vorbereitet. Diese spektakuläre und beunruhigende Probe enthält kurze Vorbereitungen in der Dauer von 2 Tagen
die die Möglichkeit versprechen was auch dem Programm das demjenigen der anfragt geschickt wird “in sich selber
zu investieren um ein positives kreatives und erfolgreiches Leben zu realisieren”.
Ähnliche Initiativen wohl im Strom einer Mode die aus der USA importiert werden breiten sich auch in Italien aus
und sind immer davon aus auf das objektiv gerichtet die individuelle Motivation zu stärken. Die Kraft des positiven
Denkens zu erleben, sich die persönlichen Grenzen auszudehnen oder das Vertrauen in sich selbst zu finden 8).
Der ausgedehnte und bunte Markt der verschiedenen Praktiken und Verbrauche und Konsume die ein verbreiteten Bedarf von persönlichem Wachstum 9) scheint also eine Umgebung die paßt um den gegenwärtigen
Wiederbelebungen des Feuerlaufens der Selbstverwirklichung und der Manipulationen und Verwandlungen des
Selbst, von dem sicherlich ein interessantes Beispiel jener ist der im folgenden beschrieben ist .
2. Lernen über das Feuer zu gehen.
2.1. Training und Performance
Diskret abgelegen und fast versteckt in den grünen Hügeln um die Stadt Perugia herum gibt es seit einigen Jahren
in Umbria Kurse um Feuerlaufen zu lernen. So sagt es das einfache Flugblatt das sich folgend vorstellt: Dieser Kurs
besteht im Erlernen von mentalen Techniken, mentale Meditationstechniken in denen bestimmte Übungen
ausgeübt werden und bringt die Erfahrung tatsächlich über einen Glutteppich von der Temperatur von 800 bis
1000 Grad laufen zu können, ohne sich Verbrennungen drittens und anderen Grades zu holen. Feuerlaufen
verstärkt den ursprünglichen Glauben, die Aktionskraft, gibt Vertrauen ins Leben und hilft uns die versteckten
Energien in uns zu spüren und sie zu gebrauchen um das Leben in positiver Weise zu erleben. 1990 als ich mich entschloß eine Forschung über diese Kurse 10) zu machen, stellten sich diese dar wie etwas neues und bizarres
und so rechtfertigten sie eine anthropologische Forschung direkt zu hause. Des weiteren konnte ich immer die
Autorität von de Martino (DE MARTINO E. 1958 (1948): 33-35) anrufen. Der zwischen den ethnologischen
Argumenten die uns verbieten die Problematik der magischen Realität einfach so zu liquidieren, dabei Gudgeon.
zitiert der auf der Insel Rarotonga auf den polynesischen Inseln von Cook selbst persönlich festgestellt hat ob es
möglich ist mit nackten Füßen über glühende Steine zu laufen ohne sich zu verbrennen. (GUDGEON 1899) 11).
Ermutigt vom positiven Ausgang seiner Probe 12) habe ich auch probiert die Erfahrung zu machen über das Feuer
zu laufen, die ich in den folgenden Jahren 1991/1992 die Kurse vom Feuerlaufen besucht habe die ein paar
Kilometer vor der Stadt waren in der ich lebe. Am Anfang des Kurses sind die Teilnehmer eingeladen ein Blatt zu
unterschreiben in der 2. Bedingungen stehen 1. Selbst die eigene Verantwortung zu übernehmen wenn
irgendwelche Verbrennungen auftauchen sollten während des Feuerlaufs und die andere erwartet den Inhalt des
Kurses nicht zu veröffentlichen. Auch ich der ganz klar mein professionelle berufliches Interesse geäußert hatte,
habe diese Verpflichtung übernommen. Die zweite zwingt mich jetzt ein wenig zu jonglieren zwischen der
Notwendigkeit klar zu beschreiben was meine Forschung war und dem Sinn der Treue oder auch der
Komplizenschaft denen gegenüber die mich in diese sehr intensive und einnehmende Erfahrung geführt haben. Ein
Kompromiß ich hoffe ein akzeptabler wird der sein in ungefährer Art und Weise die wichtigsten Punkte der
Vorbereitung zu beschreiben ohne ganz genau zu beschreiben, ich versuche dabei den gesamten Sinn des Events
zu beschreiben. Mit weniger Zögern dagegen kann ich die endliche Performance beschreiben nämlich das Laufen
über das Feuer denn dieses findet in einem öffentlichen Raum statt und es nehmen daran teil in einiger Entfernung viele Neugierige 13. Die Szene der Aktion ist etwas abgelegen ein Bauernhof im grünen zu dem man nur über
wenig befahrene Schotterstraßen kommt. Teilweise aspaltiert teilweise nur Schotter und fast wirkt es als ob
dadurch eine intititische Reise bewirkt werden soll. Die Teilnehmer sind 15 Männer und Frauen und zum größten
Teil jung, die meisten davon Studenten oder mit Studienabschluß, auch Angestellte, Selbständige, Arbeiter sie
kommen von den verschiedensten Teilen Italiens nur ein Junge ist aus Umbrien. Viele kommen extra aus
Deutschland. Im Kurs von 1990 sind die Deutschen 2/3 des Kurses. Ein Teil der Italiener und auch ein Ausländer
hat diese Erfahrung schon in den vorherigen Jahren gemacht. Einige auch öfters als einmal. Die 2 Männer die den
Kurs organisieren und leiten sind auch Deutsche.
Der Leiter Volkert ist ein Homöopath, Meditationslehrer und
autogenes Training Lehrer der sich nur in seiner Sprache ausdrückt, den Helfer den ich Martin nennen werde ist ein Schmied
, auch er Meditationslehrer der seit vielen Jahren in Umbrien lebt und in der Lage ist eine Übersetzung in Italienisch zu garantieren.
Der ganze Kurs dauert etwas mehr als 1 1/2 Tage. Er fängt spät morgens samstags an und endet spät abends sonntags,. wenn es
schon dunkel ist mit dem Feuerlauf. Am Anfang setzen sich alle in einen Kreis und jeder erzählt den anderen welche Motive in dazu
gebracht haben hier her zu kommen 14). Die Form des Kreises
scheint sich nie zu unterbrechen während des Kurses nur kurz in Momenten die mit Entspannung und Meditation
zu tun zu haben. Man ist im Kreis um die Anweisungen der Leiter zu hören, im Kreis tanzt man und singt man und
hält sich an der Hand und nimmt Kontakt mit den Körpern der anderen auf . Der Kreis wird immer enger im Lauf der
Stunden. Er ist eine Abgrenzung für ein Netz das physisch und psychisch immer dichter und dichter wird bis zum
letzten Akt der Vorbereitung, bevor wir raus gehen und den Glutteppich erreichen. Es ist eine Art von Segnung,
kollektiver Segnung während der jeder von uns einmal sich in die Mitte des Kreises stellt, während die anderen
ihre Hand über seinen Kopf halten und die Formel sagen: Dein Körper, deine Seele und dein Geist seien heil und
gesund. Der Bezug auf den Geist hat auch etwas mit dem religiösen Horizont zu tun auf den sich ausdrücklich die
Leiter des Kurses beziehen. So sagt z.B. Volker auf eine meiner Fragen : Unsere ist die älteste Religion, ich beziehe
mich auf die alte germanische Religion die sich wiederum auf ältere Religionen bezieht aus der Steinzeit, aus der
Bronzezeit. Das Feuerlaufen ist ein altes Ritual und gibt es in vielen Teilen der Welt, in unserem Fall kommt es von
den keltischen Ritualen wie das Wort gabatin sagt, das bedeutet Reinigung oder Verwandlung durch das Feuer 15). Ich werde mich später damit beschäftigen daß die Teilnehmer dieses Kurses nicht unbedingt den Bezug auf einer
nicht genauer beschriebenen keltischen Kultur annehmen müßen, aber ich unterstreiche jetzt nur ,daß so eine
mystische Tradition erzeugt wird mit dem versucht wird dem Ritual ein Inhalt und eine Authentizität zu geben. Die
alten Kelten werden auch immer wieder gerufen mit den Übungen der Runen, Is, Ur und vor allem Man,
schwingende Klänge die im Chor von dem Kurs zur Vorbereitung und auch während des Feuerlaufens gesungen
werden. Es wird uns gesagt, daß diese Gesänge in dem sie in verschiedenen Teilen unseres Körpers schwingen,
die Energie und die Lebenskraft aktivieren, die in jedem von uns präsent ist. Energie mit der wir den Kontakt
verloren haben, aber die wir wieder entdecken, und mobilisieren müßen um den Feuerlauf zu bestehen. Mit den
Augenblicken der starken emotionalen und physischen Spannung, gegeben vom Tanz, Gesang, Schreien, Übungen
mit den Runen, wechseln sich Momente der Entspannung, der Meditation, der Kontaktaufnahme mit dem eigenen
Körper, mit wirklichen gymnastischen Übungen ab. In der Zwischenzeit in einem Stück Rasen nicht weit weg ist ein
großer Holzhaufen vorbereitet worden. 26 Doppelzentner sagen die Organisatoren. Den wir am Nachmittag des
ersten Tages besuchen. Der erste Kontakt mit der physischen und der Realität, der Probe wird vorbereitet.
Während wir zum Feuerhaufen gehen müßen wir eine Blume, ein Blatt oder irgend ein Objekt suchen das wir dem
Feuer schenken, wie für ein Tausch für das große Geschenk das uns das Feuer machen wird. Am frühen Nachmittag
des 2. Tages gehen wir zum Holzhaufen zurueck um ihn anzuzünden und jeder nimmt daran teil, jeder mit seiner
eigenen Fackel. Es braucht viele Stunden bis das ganze Holz verbrannt ist und Glut geworden ist, gleich gehen die
Flamen hoch ernährt vom reichlichen Diesel, mit denen die Holzscheite übergossen worden sind, während wir ein
bißchen besorgt und perplex das ganze Schauspiel beobachten. Als ein Prozess der nicht mehr aufzuhalten ist.
Kurz vor der endlichen Feuerprobe werden uns die letzten Anweisungen gegeben. Es wird uns immer wieder
gesagt, daß der wichtigste Moment nicht der ist wenn man wirklich über das Feuer geht sondern wenn man sich
entscheidet es zu tun. In dem Moment wenn wir vor dem Glutteppich stehen, wird eine innere Stimme uns sagen
ob wir gehen oder nicht gehen sollen. Das Feuer erinnert uns Volkert kann man nicht beherrschen wir können nur
unsere Angst beherrschen. Er versichert uns daß es schwerer ist nicht zu gehen und er fordert uns auf die zu
respektieren die nicht über das Feuer gehen weil sie gewußt haben sich selbst zuzuhören. Es wird uns auch
gesagt, daß wenn wir über das Feuer gehen müssen wir mit dem Blick auf die andere Seite schauen sollen dort wo
wir ankommen, das wir uns vorstellen sollen, daß aus unserem Bauchnabel eine Lichtschnur kommt die in die
Richtung unseres Zieles geht und führt. Um sieben Uhr abends ist es schon dunkel und alles ist bereit. Das Holz ist
verbrannt und Martin hat eine Schicht Glut etwa 5 Meter lang und 2 Meter breit und 10 cm tief vorbereitet. Die
Hitze ist sehr stark, es ist schwer in der Nähe zu bleiben. In der Zwischenzeit im Dunkeln versteckt hat sich eine
kleine Gruppe Neugieriger angesammelt. Martin lädt sie ein sich etwas zu entfernen und keine Geräusche zu
machen, indem er ihnen auch sagt daß wir ein Akt tun der für uns heilig ist. Wir gehen im absoluten Schweigen um
das Feuer, dann singen wir ein letztes Mal das Feuerlied, das jeden Moment von der Vorbereitung gekennzeichnet
hat und endlich rufen wir mit großer Stimme das Feuer, wir ziehen uns die Schuhe und die Socken aus, wickeln uns
die Hosen hoch und stellen uns an zwei Seiten längs des Feuers auf. Wir beginnen die Rune Man zu singen und
dieser Gesang wird anhalten bis alle über das Feuer gegangen sind. Volkert geht als erster, er nähert sich bis auf
wenige Zentimeter dem Feuer, er verneigt sich vor ihm, konzentriert sich einen Moment und los geht’s. Die Arme
hoch und weißen in den Himmel um die kosmische Kraft zu nehmen, wie in der Vorbereitung gesagt wurde, mit
einem schnellen und entschiedenen Schritt, mit 6 oder 7 Schritten geht er über das Feuer ohne Schmerzen zu
zeigen. Auf der Seite der Ankunft steht eine kleine Wasserschüssel in der die Füße getaucht werden um evtl.
Glutstücke die zwischen den Zehen bleiben könnten auszulöschen. Gleich danach kommt Martin dran und nach und
nach die anderen. Es gibt keine Ordnung des Laufs, nach und nach geht jeder wenn er sich bereit fühlt, stellt sich
vor das Feuer sammelt sich einen Moment um die innere Stimme zu hören und geht entschieden in die Glut. In den
2 Kursen in denen ich teilgenommen habe sind alle gegangen bis auf eine junge Frau die nach einem Moment der
Überlegung sich entschied doch nicht zu gehen. Einige enthusiastische oder mutige gingen ein oder zweimal über
das Feuer. Volkert wartet auf uns am Ende des Laufs und umarmt jeden der ankommt. Keiner scheint Schmerzen
zu spüren oder verbrennt sich in ernster Art und Weise. Nur einige haben kleine Verbrennungen, die Volkert sofort
behandelt mit diversen Cremen die er mitgebracht hat.
2.2. Feldforschung und persönliche Erfahrung.
Es ist vielleicht zu einfach in den Kursen des Feuerlaufs ein Bsp. zu sehen wie die Feldforschung und die
Autobiographie des Ethnographen sich in einander verweben können und um es mit dem dänischen Anthropologen
zu sagen der seit einiger Zeit über dieses Thema arbeitet, “das Fieldwork befindet sich zwischen Autobiographie und Anthropologie.
Es verbindet eine wichtige persönliche Erfahrung mit dem allgemeinen Feld der Kenntnis”. HASTRUP K. 1992: 117) 16). Ich habe nicht vor in diesem Aufsatz mich mit Theorien zu befassen die von einem so kompliziert und von
einem umstritten Thema handeln. Aber ich muß zugeben, daß ich in meiner Forschung die Überzeugung von
Turnbull überzeugend und ermutigend fand. “Die Fähigkeit voll teilzunehmen sich im emotional einzulassen auch
intellektuell in eine andere Kultur nimmt nichts von unserer Fähigkeit der rationalen Analyse der Objektivität der
Intellektualität, im Gegenteil es gibt dadurch ein Reichtum von Daten die ohne diese Vorgehensweise nie zu
erreichen wäre”. (TURNBULL C. 1990 S.51.) Am Ende des Kurses gibt Martin uns einen kurzen Text und er lädt uns
ein ihn abzuschreiben und zu hause aufzuhängen als Erinnerung der Erfahrung. Der Text sagt: Ich bin über
glühende Kohlen von 800 Grad gegangen und habe so das unmögliche möglich gemacht, von jetzt an schaffe ich
alles was ich mir wünsche, mit Erfolg und meiner Selbst sicher, dafür danke ich von Herzen. Wenn es auch
grammatikalisch etwas unsicher ist diese wenigen Worte geben ein Versprechen und eine Erwartungshaltung von
persönlichem Wachstum die wie sich sehen wird eine der wichtigsten Motivationen von Teilnehmern von
Feuerläufen ist. Auch ich habe den Text abgeschrieben, den ich allerdings nie aufgehängt habe, nicht nur um dem
Kursinhalt treu zu sein aber auch weil ich enthusiastisch war, ich habe diese Probe überstanden und ich hoffte
irgendwo es könnte ein Anfang einer persönlichen Veränderung sein. Die ich notwendig empfand für mich selber
bevor ich diesen Kurs begann. Bin ich wirklich verändert habe ich einen Veränderungsprozeß eingeleitet. Eine
Antwort in der Realität abgesehen davon daß es sehr riskant wäre geht doch zu weit in den Teil der Autobiographie 17)
Ich bin sicher daß ich wirklich eine Erfahrung gemacht habe, der Erneuerung und dieses Gefühl hat mich
monatelang nach dem Kurs begleitet und mir eine Art von Energiereserve gegeben von der ich lange tanken
konnte in verschiedenen komplizierten Situationen meines Lebens, diese sind sicherlich autobiographisch. Auf der
anderen Seite gefällt es mir und scheint mir auch plausibel daß Volkert als er mich am anderen Ende des
Glutteppichs umarmt hat mir ins Ohr geflüstert hat. “Du verstehst”. In diesem Fall wollte er mir vielleicht mein
Fortschritt sagen vom Forscher zum Teilnehmer, also zu einem Teil der Gruppe und so meine Intellektualität nicht
nur unterstreichen wollte aber auch meine Disponibilität, die sichere Stellung des Beobachters aufzugeben um mich
statt dessen bis zum Schluß in ein Spiel einzulassen, das ich mit den anderen teilen konnte und für mich eine
wunderbare emotionale Erfahrung war. Tatsächlich erlebt der Forscher danach die Unmöglichkeit sich hinter einer
mittlerweile überflüssigen Rolle des Beobachters zu verstecken. Nicht nur weil er in dem dichten Spiel der
Gegenseitigkeit sich eingibt sondern auch mit den anderen beobachtet und kommentiert und schaut was die
anderen sagen. Niemand gibt ihm ein Privileg von Unterscheidung oder Abstand nicht mal bin ich der einzige der Fragen stellt 18).
Trotzdem war es mir möglich während der Vorbereitung an der ich skrupelvoll teilgenommen hatte und die mich tief
beschäftigt hat und in der ich für mich auf eine ungewoehnliche Art mein intellektuelles Ich opferte 19), war es für
mich möglich in den kurzen Pausen die es gab mich von den anderen zu entfernen und meine Rolle als Forscher
wieder gewinnend, schrieb ich einige Aufzeichnungen. Aber als ich mich endlich vor dem Glutteppich befinde in der
erwarteten und gefürchteten Probe 2 Tage lang gewartet, da sind das Notizbuch und der Stift wo anders. Nutzlos
und bewegungslos. Ich habe keine andere Wahl als die Sintonie mit meinen Gefährten zu suchen und mich dem
Fluß der Geschehnisse anzuvertrauen, den Gefühlen, dirigiert von den Worten der Leitern des Kurses.
2.3. Die subjektive Körper
Jetzt ist es der Körper der in dem Mittelpunkt der Szene steht und seine Umrisse werden immer unklarer und
unfaßbarer je näher man der Glut kommt. Man sammelt sich ganz in ihm, würde ich sage man reduziert sich total
auf ihn und es ist dieser Informant an dem man sich im folgenden wenden muß um die Erfahrung oder das
Bewußtsein der übersetzen zu können für das Erlebnis auf der eigenen Haut erfahren wurde. Hier steht nicht auf
dem Spiel die Intelligenz des Ethnographen, im verstehen des Standpunktes des Eingeborenen (MALINOWSKI B.
1992:25); es ist eher sein eigener Körper der sich im Raum geteilt mit den anderen bewegt um eine Erfahrung so
anders als normal zu erleben. So wird seine Teilnahme ausgenommen von der Aufgabe die Eingeborenen zu
beobachten, entdeckt er sich wie eine physische Aktion, er macht das was die Eingeborenen tun und gemeinsam
mit ihnen wie das Lernen eines Wissens das alles auf einen Schlag gegeben wird und ohne die Übersetzung der Worte 20). Und tatsächlich der gesamte heterogene erklärende Apparat der von den Leitern aufgestellt wurde
mythisch religiöse Bezüge Anleitungen, Anregungen funktioniert nicht als Lehre. Er gibt nicht genug Information um
mit Verstand des Dinges das Feuer zu überschreiten, ihre Worte haben nicht den Anspruch auf Wahrheit oder
Überprüfung in der Realität. Eher als ob sie im Moment gehört werden wollten als etwas wahres, wenigstens bis
man sich entscheidet vor das Feuer zu stellen. Eine Aufhebung des Unglaubens, eine wenigstens zeitweise Abkehr
vom skeptischen Rationalismus und Wissen wollen, eine Bereitschaft in die Realität der Welten die von den Leitern
des Kurses hervorgerufen wird, auch die weitesten vom narzistischen Horizont in dem der Forscher sich selbst
wiedererkennt, das zeigt sich sofort als notwendiger Schritt um die Erfahrung des Feuerlaufens verstehen zu
können in der ja der Ethnograph gleichzeitig Zeuge und Teilnehmer ist 21). Wenn dann endlich die 2 Reihen auf
den Seiten des Glutteppichs der im dunkeln scheint, wie eine Insel von Licht und Wärme hinstellen dann ist die
emotionale Spannung ganz hoch. Wir alle beginnen die Rune Man zu singen und die Vibration der Stimmen laufen
ineinander ohne Pausen so begleiten sie die Personen die sich vor das Feuer stellen, einen Moment der
Konzentration um die innere Stimme zu hören und man bewegt die nackten Füße vom kühlen Boden und man ist
sofort auf den glühenden Kohlen. Ich wüßte nicht wie ich praktisch die Gedanken und Emotionen die in diesem
Moment in meinem Kopf waren beschreiben sollte, ich kann nur sagen daß es kein Zustand der Trance war also ist
es vielleicht besser zu sagen was man im Körper fühlt. Während bis kurz davor starke Hitze verhindert, daß man
sich zu sehr dem Feuer der Glut näherte, fühlt ich jetzt nichts mehr während ich davor stehe und mich vorbereite
darüber zu gehen. Nach einem kurzen Zögern hebe ich die Arme zum Himmel und rufe Man mit all meiner Kraft und
auf einmal fühle ich meine Füße wie sie losgehen, es ist wahr wie Volkert gesagt hat, der entscheidende Moment
ist der der Entscheidung hineinzugehen und die nachfolgenden Aktionen gehen fast wie automatisch. Ich bin
endlich auf dem Feuer ich fühle mich sehr warm aber keinen Schmerz, ich wundere mich daß ich das Knacken der
Kohle unter den Füßen hören kann als ob es Sand wäre. Nach den gelernten Anweisungen schaue ich nicht wo ich
gehe aber gerade vor mich in Richtung des Ziels, wenn ich es nicht erlebt hätte ich hätte nie gedacht, daß der
vibrierende Gesang der anderen eine Art klangvoller Halt gibt. Es ist wie eine unsichtbare Hand die dich zu halten
scheint die dich über die glühenden Kohlen transportiert Man wünschte daß der Gesang noch stärker wäre und
intensiver als ob wenn man sich an ihm festhält über das Feuer fliegen könnte. In funf oder sechs Schritten komme
ich auf der anderen Seite an. Die Spannung explodiert in einem unhaltbaren Weinen, das auch weitergeht als ich
zurück gehe in meinem Platz in der Reihe und meinen Gesang mit den anderen vereine, als ob ich das Geschenk
das sie mir gemacht haben zurück geben wollte. Am Ende fühle ich mich mitgerissen von einer unhaltbaren und
mysteriösen Euphorie. Die von einer Glückseligkeit deren Gründe ich nicht kenne, aber die ich selber als in einem
reinen Zustand definieren würde. Ansonsten kann ich bezeugen, daß tatsächlich ohne irgendwelche Tricks oder Hilfsmittel wie viele Ungläubige vermuten 22) daß man tatsächlich mit nackten Füßen über einen Glutteppich gehen
kann der fünf Meter lang ist, ohne sich zu verbrennen oder Schmerz zu verspüren 23) .
So befinde ich mich jetzt im peinlichen Paradox etwas getan zu haben, daß der allgemeine Verstand als unmöglich
empfindet und gleichzeitig bevor ich es getan habe nicht zu wissen und auch nicht sagen zu können wie es möglich
war. Ich kann jedoch erwähnen daß der Körper etwas tun konnte als die rationalen Funktionen des Denkens ihn
zeitweise verließen. So muß man anerkennen daß das Wissen, das der Anthropologe im Versuch erworben hat
dieses mal und vor allem ein Wissen des Körpers ist, es ist ein zu tun wissen als auch ein Sein zu wissen 24). Das
sich des weiteren in nichts von dem unterscheiden das die anderen Teilnehmer erlebt haben. Man könnte
annehmen daß dieses mal der unstillbare Hunger für seltsame Extravaganzen wirklich wenig Resultate
hervorgebracht hat. Aber einige neuere Forschungen in der anthropologischen Debatte scheinen mir einige
Rettungsmöglichkeiten für diese Theorie zu geben. Ich beziehe mich auf eine prospektive der Analyse auch wenn
sie verschieden genannt werden je nach dem Standpunkt Anthropologie der Performane, Anthropologie der
Erfahrung, Theorien des Enbodyments usw., darin übereinstimmen, daß der Körper eine Zentrale Position und eine
aktive Rolle in der Herstellung des Selbst und der Erfahrung hat 25). Des weiteren um sich bei den Gründerväter
zu flüchten die der Vorschlag die Rolle des Körpers und der Erfahrung als Protagonisten zu akzeptieren, ist eine
Wiederaufnahme der Intuition von Mauss der sagt:” der Körper ist das 1. und natürlichste technische Objekt und
gleichzeitig technisches Hilfsmittel des Menschen (MAUSS M. 1991 (1950): 392 unterstrichen) und das ist vielleicht
das Bild in dem das Thema vom Wissen des Körpers eine Stelle in unserer Disziplin finden kann 26).
2.4. Kulturelle Horizonte und therapeutische Erwartungen
Sicherlich konnte sich De Martino nicht vorstellen daß die exotischen Praktiken von der Herrschaft über das Feuer
bei uns in ganz profaner Form wieder darstellt in einfache therapeutische Gelegenheit übersetzt , gebogen zu
Zwecken des persönlichen Erfolgs, beleidigt in Fernsehshows von mittelmäßigen Persönlichkeiten 27) oder sogar
lächerlich gemacht und degeneriert in der kommerziellen Werbung 28). Aber auch die Leichtigkeit mit der ein Ritual
so reich an magisch religiösen Beziehungen in den offenen Häfen der postmodernen Gesellschaften aufgenommen
wurde, verbietet es die Unwichtigkeit von vielen kulturellen Moden auszugrenzen, die das Panorama der
gegenwärtigen Konsume verhindern. Tatsächlich stellen die Feuerlaufkurse eines jener Grenzgebiete dar ,in dem
ein bewegliches und ungewisses Verhältnis gespielt wird zwischen Verwandlung und Identität. Wie einer jener
Mikrophänomene in unserer Kultur von denen die anthropologische Forschung wichtige Gesellschaftsveränderungen in der Gegenwart beleuchten kann 29). Deswegen kann auch so ein Feldversuch
wenn auch kleiner Versuch teil jener notwendigen Ethnologie sein der früher einmal sich in dem Studium der
primitiven Menschen erschöpfte und die heute aber gezwungen ist sich mit den formidablen Mechanismen von
künstlicher Produktion, der Identität sowohl kollektiv als auch individuell die unsere Gesellschaft in Bewegung
gesetzt hat. (AUGE M. 1989 S.33). Die Motivation der Teilnehmer beim Feuerlaufkurs sind in 2 Feldversuchen
betrachtet worden. Die erste bot sich an am Anfang des Kurses als wie ich schon gesagt habe jeder eingeladen
war sich den anderen vorzustellen und kurz seine Motive teilzunehmen darzulegen. Die 2. habe ich vorbereitet in
Form eines Gruppeninterviews das ich abends zwischen dem 1. und 2. Tag des Kurses 1991 machte
Teilgenommen haben die 2. Veranstalter und 7 der Teilnehmer des Kurses . Da dieses Interview sehr informell war
, hat jeder verschieden an der Diskussion teilgenommen. Ein paar Personen z.B. haben nie etwas gesagt nie
teilgenommen aber das ganze mit großem Interesse verfolgt. Den anderen zustimmend oder nicht zu stimmend.
Aber alle waren mit große persönlicher Teilnahme da. Ich habe schon gesagt, daß die Organisatoren dieses Kurses
eine religiöse Dimension mit dem Feuerlaufen und den keltischen Ritualen die sie angeben mit einbeziehen. Beide
unterstreichen, daß die Teilnehmer ganz frei sind. Den religiösen Glauben annehmen oder nicht, weil es nicht ihr
Zweck ist Werbung für einen Glauben zu betreiben, aber jedem eine Möglichkeit der persönliche Erfahrung des
Wachstums wenn er will anzubieten. Warum aber heute diese Rituale anbieten. Weil so sie sagen die
gegenwärtige Gesellschaft, die Konsumgesellschaft, die Entfremdung hat die meisten Menschen von der
Lebenskraft entfernt. Sie hat sie von sich selbst entfremdet, unzufrieden unglücklich, weil es nötig ist diese
Gesellschaft zu verändern, die auf Werte aufbauen wie Reichtum, Konsum, dem Erscheinen statt dem Sein aber
daß das passieren kann ist eine Veränderung nötig nicht von Seiten der Politik, zuerst muß eine innere
Veränderung stattgefunden haben. Daß ist das magische Wort, das Leitmotiv der Lehrer und der Teilnehmer, sich
selbst finden die eigenen verborgenen Potentiale entdecken, wachsen sich mit Energie aufladen, daß eine wirkliche
Sein erkennen, das sind einige sich wiederholende Ausdrücke wenn es um die innere Veränderung geht.
Feuerlaufen wird als etwas angesehen das ein Mittel ist um diese Objektive zu erreichen, wie eine Erfahrung die
einem selbst auf die Probe stellt, die eine Möglichkeit um es mit den Worten eines Befragten zu sagen, mit der
Hand das Unmögliche berühren zu können, zu erfahren, daß das Unmögliche in uns ist. Daß wir es geschaffen
haben. Wenn die Selbstveränderung und das persönliche Wachstum ein erwartetes Ergebnis von dieser Erfahrung
sind, so war es nicht für alle eine ursprüngliche Motivation. Für einige war es ganz einfach Neugier oder die
Notwendigkeit auf diese Weise die tägliche Routine zu durchbrechen. Bsp.: Ich arbeite, ich montiere taiwanische
Anlagen, wir machen ein standardisiertes Leben, dort draußen kannst du nichts verwandeln wir haben diesen Ruf
in uns selber etwas zu suchen, für andere ist es eine Situation der persönlichen tiefen Krise. Es ist der Fall z. B.
eines Arbeiters aus dem Veneto, der eine starke Depression hatte und dadurch viele Krankheiten hatte: Er sagte
ich wußte nicht mehr ob ich schon lebendig oder tot war. Er hatte schon am Jahr zuvor am Feuerlauf teilgenommen
und beschreibt jetzt so, die Verwandlung seines Lebens. Ich bin gegangen und habe es ganz ruhig geschafft. Am
Tag danach ist in mir etwas wunderbares geschehen. Denn mein Leben als es in Kontakt kam mit der Kraft die wir
in uns haben begann ab jenem Tag sich zu verwandeln, jeden Tag mehr und es verwandelt sich noch immer und
entwickelt sich weiter. Ein anderer Arbeiter aus dem Veneto, der vor einem “tierischen” Alkoholproblem kam über
einen anstrengenden Lebensweg von dem er nicht genauer sprechen wollte, hat im Feuerlauf eine weitere und
definitive Bestätigung der eigenen Kraft gefunden. Die er jetzt auch den anderen anbieten kann, indem er in einer
Gruppe von Alkoholikern in Selbstbehandlung arbeitet. Das Thema von der Kraft und der Energie auch wenn es
sich nach dem ideologischen Horizont des einzelnen etwas anders darstellt kommt doch häufig in den Sätzen der
befragten vor, als erklärende Prinzip und gleichzeitig auch als zentrale Motivation zum Feuerlauf. So sprechen
einige von feinen Energien, von einer kosmischen Energie die mit der Welt geboren wurde und die die primitiven
Völker kannten und mit ihr umgehen konnten. Die dagegen aber die zivilisierten Menschen verloren haben und
diese Energie kann durch das Feuerlaufen wieder entdeckt werden und tut daß du die Füße nicht verbrennst wie
ein Befragter sagt, es ist ein Kissen der kosmischer Energie, von stärkster Energie, die dich von der Hitze isoliert.
Es gibt eine Opposition aber friedliche Existenz zwischen narzistischem Wortschatz, das autogene Training ist ein
Mittel das dir hilft zu verstehen was für Energien zu deiner Verfügung stehen, das dir die Möglichkeit gibt diese
Energien in dir zu laden. Sie beherrschen zu können und esoterisch religiösen Wortschätzen, das Mantra ist diese
Energie OM das MAN sind diese Energien, sind Vibrationen, sie werden genutzt um beim Feuerlauf aktivierte Kraft
zu identifizieren. Die Energie stellt sowohl das kollektive gemeinsame Ergebnis während der Vorbereitung dar, als
auch, das was der einzelnen als wertvollstes gewinnt beim Feuerlauf. ” Wenn du aus dem Feuer kommst, dann
schwör ich dir kannst du wirklich keine Krankheit kriegen, weil du wirklich so stark in dir bist, voller positiver
Energien. Das ist der Preis der wie ein Tausch unter den Teilnehmern ist. Gegebene und Empfangene Energie.
Erzeugt und verbraucht, gegeben für die anderen und aufgeladen für die Zukunft 30).
Die Analyse der Bedeutung und der Motivation ist eine 1. Funktion der Feuerlaufkurse. Sie stellen sich als ein Platz
dar, in dem sowohl die unzufriedene Existenzdepressionen und auch die Ablehnungshaltung als auch die Kritik an
der Gesellschaft zu verbinden und sie zu befriedigen in einer Dimension, der offensichtlichen Veränderung
garantiert vom außergewöhnlichen Charakter der Performance und der exotischen Art der symbolischen
Bezugshorizonte. In dieser Art rechtfertigen sich die Themen des persönlichen Wachstums, des Selbstbewußtseins,
des psychologischem Wohlseins, der Kontrolle der Ängste und Befürchtungen 31). Und sie drückten sich aus in
einem Idom, zusammengesetzt von kosmischer Energie, den Chakra, schamanische Erfahrungen, von den antiken
Religionen, keltischen Religionen, kurz gesagt eine ausgebreitetes Modell, daß kulturelle Bezüge wiederholt und
sie integriert auch wenn sie sehr heterogen untereinander sind, aber gleichzeitig der westlichen
wissenschaftlichen Rationalität fremd sind. Die synkretische lockere Art, wie verschiedene Feuerläufer ihre eigene
Erfahrungen ideologisch ausdrücken scheint übereinzustimmen mit der frementierten individuellen Identität, die als
Charakterisk der kontemporalen gegenwärtigen Gesellschaft, gesehen wird. (LASH S. - FRIEDMANN J. 1992). Daß
sich dann auch darstellt unter anderem als ohne exklusive und autoritäre Bezüge, die Teilnahme ohne
Reserviertheit fordern. Im Gegenteil man könnte sogar sagen, daß weil die Feuerlaufkurse wie ein verzweifelter
Versuch der Zusammensetzung von heterogenen ideologischen Bruchstücken und körperlichen Praktiken darstellt
können sie sich leicht auf dem Markt der kulturellen Konsume als ein kleines Stück des Mosaiks der Erfahrung, das
immer mehr Menschen mehr oder weniger unzufrieden von sich suchen und zusammensetzen wollen in dem
schwierigen Prozeß der Konstruktion ihrer eigenen Identität. In diesem Sinne muß man diesen Kursen ihr
therapeutisches Ziel anerkennen und es wird des weiteren auch offen zugegeben, hervorgestellt von den
Organisatoren als auch von den Teilnehmern. Sicher es ist ein therapeutischer Wert der in keiner Art den Diskurs
der Biomedizin berührt. Weder auf der Seite der Krankheit noch auf der Seite der Vorbeugung der Krankheit. Seine
Effizienz mißt sich nicht in der Behandlung von genauen symptomatischen Begebenheiten und auch nicht um
bestimmte genaue Ziele der Gesundheit zu erreichen eher in einem negativen Sinn gibt es viele existentielle
Unwohlheiten die notwendigerweise behandelt werden wollen. Der persönlichen Impotenz etwas zu überwinden
von schweren Gefühlen des nicht Angemeßenseins und Ängste die gestillt sein wollen. Während es im Positiven
versteckte Energien im Selbst aktivieren will. Wege des inneren Wachstums die zu beginnen oder zu befestigen
sind, eine stärkere und bessere Anwesenheit der Welt zu gewinnen. Es handelt sich also mehr oder weniger um
den unbestimmten und weiten Aktionsfeld sogenannte polymistische oder alternative Medizin. Mit dem des
weiteren die Feuerlaufkurse sehr gerne, Teile des Vokabulars austauschen auch der Pratkiken. Es ist jedoch sicher
daß diese Kurse, nicht wie eine Art der Spezialität der einen oder anderen Schule zugeordnet werden. Noch
besitzen sie einen so spezifischen und organischen Apparat von Theorien durch die eine therapeutische Schule
bestimmter Art zugeordnet werden könnte. Eher befinden sie sich in einer Position der Fortsetzung oder
wenigstens der friedlichen Koexistenz mit einen weiten und heterogenen Gebiet von Praktiken, daß außerhalb oder
gegen die Biomedizin ein unstillbaren Markt, daß alternative Therapien erfindet sei es neu oder von alten mehr
oder wenig exotischen Traditionen herholt. Fortsetzung die sich in verschiedenen gemeinsamen Linien vor allem
die Probleme auf die eine Antwort gegeben werden soll und die Behauptung daß Geist und Körper ein
untrennbares sind und vor allem und klar wiedererkannt und ausgeübt von den Gebrauchern ihren eigenen wechselbaren Gebrauch der Quellen ihres Gebietes.
3 . Der Paso del fuego in San Pedro Manrique (Spanien)
3.1. Die Feldforschung
Von dem Fenster des kleinen Linienautobuses Soria die Provinzhauptstadt mit San Pedro Manrique verbindet zeigt
sich die Landschaft in ihrer ganzen außergewöhnlichen und einsamen Schönheit. Dieser nördlichen Teil der Region
Castilla y Leon an der Grenze mit der reichen Weingegend von Rioja. Die Straße ist eine enge und kurvenreiche
Provinzstraße die bis auf 1454 Meter hochsteigt zum Puerto de Oncala und dann in einer weiten Hochebene voller
Hügel die im Norden bei der Sierra aufhört zu münden. Am nördlichen Ende der Hochebene am Hang der nackten
Felsen die die Landschaft abschließen zu scheinen gegen den nicht weiten Atlantik fast versteckt im Grün der
Wiesen und der seltenen Wälder liegt bei 1075 Meter Höhe der kleine Ort von San Pedro Manrique. Bis vor einigen
Jahren als die Schäferei noch die Haupttätigkeit aller war wohnten noch mehr als 1000 Personen in diesem Ort.
Aber heute sind viele ausgewandert wohnt dort nur noch ungefähr die Hälfte 32).
Hier in der Nacht von St. Johann 23.06 gibt es jedes Jahr die Zermonie des paso del fuego. Mit nackten Füßen wird
über glühende Kohlen gegangen. Bei dem nur die Einwohner des Ortes teilnehmen können und deren Ursprung wie es hier gesagt wird, sehr sehr alt ist 33)
Ich selber habe diese Zermonie das erstemal 1994 beobachtet während eines kurzen Besuches um vor allem zu
schauen ob ich eine Feldforschung betreiben kann. Die Forschung selbst auch Dank meiner 1. Reise fand dann wirklich im Sommer 1995 statt 34. Ich bin in San Pedro Manrique 1 Woche vor dem Fest angekommen und blieb
dort bis an sein Ende für ein ganzes von 10 Tagen. Dank einer Reihe günstiger Umstände der kleine Ort, die
Bereitschaft und die Nettigkeit der Einwohner und ihr Gefallen, Objekte, Interesse von fremden Forschern zu sein 35). war es einfach ein freundschaftliches Verhältnis mit den Bewohnern aufzubauen und dadurch waren sie auch
bereit sich interviewen zu lassen 36). Mehr als einer war überrascht und zufriedengestellt, daß jemand im
Gegensatz zu den 1000 Neugierigen und Fernsehkameras die das Dorf in der Nacht zum 23 Juni bevölkern um nur
den paso del fuego zu sehen auch sich dafür interessiert hat was ihre Vorbereitung für dieses Fest war 37).
Tatsächlich ist der Feuerlauf eingebettet in ein ausgearbeitetes Fest voll der religiösen und profanen Ritualen mit
denen in der Nacht von St. Johann gefeiert wird. Dies ist nur eines und sicherlich das wichtigste und bekannteste
Fest der Zeremonien die im ganzen Jahr stattfinden und besonders am 23. Juni bis am späten Morgen des
nächsten Tages stattfinden. Der Zweck und die Dimension dieser Arbeit erlauben nicht das enge Netz der rituellen
Handlungen im sozialen Verhältnis zu beschreiben, die den Inhalt und Art des traditionellen Feuerlaufs darstellen.
Es ist auch nicht möglich den Reichtum der Informationen der Interpretation, der Erfahrung der längeren
Beobachtung hier wiederzugeben. Mit diesen Einschränkungen muß man jedoch nicht davon Abstand nehmen eine
komplexe Analyse der Bedeutung des Spiels des Puzzles von paso del fuego di San Pedro Manrique einzugehen.
Gleichzeitig erscheint es legitim zu fordern, daß die Studien dieses lokalen Beispiels auch wenn sie aus einem
kulturellen Kontext herausgenommen ist, ein wichtigen Beitrag zum Verständnis des Feuerlaufs als Körpertechnik gibt.
3.2. Die Performance
Auf dem Hügel der von oben das Dorf beherrscht steht eine kleine Kirche der der Virgen de la Pena geweiht ist.
Schutzpatronin von San Pedro Manrique und Objekt großer Verehrung ihrer Einwohner. Eine steile Treppe auf der
ca. 3000 Personen stehen können umgibt ein Platz um dem um Mitternacht am St. Johannsfest das Ritual des paso
de l fuego ausgeübt wird. Nur die Einwohner des Ortes können teilnehmen und wie die lokale Tradition sagt nur
ihnen ist das Privileg gegeben sich nicht zu verbrennen. Normalerweise sind es nur Männer, so war es dann auch
in den 2 Jahren bei dem ich in dem Fest dabei war, aber auch Frauen können wenn sie wollen auf dem Feuer laufen 38).
Mehr als 2 Tonnen Stämmen von abgelagerter Eiche, geliefert von der Rathausverwaltung werden am späten
Nachmittag verbrannt um die hoguera den Glutteppich zu liefern und der Glutteppich ist so stark und heiß, daß wie
auch ich feststellen konnte man nicht näher als 2m an ihn herangehen kann 39). Die Größe der hoguera sind nicht
bestimmt. Je nach Jahr kann die Länge zwischen 4 und 6 m wandeln, die Breite ist ungefähr 1m und 1 1/2m und die Glut ist 15 bis 20cm dick 40). Es gibt eine traditionelle Technik des Feuerlaufens, einfach aber effizient, die alle
kennen weil sie sie immer gesehen haben und in einer kurzen Formel die auch mir gesagt wurde “also trete auf
die Glut mit starkem und entschlossenem Schritt” 41). Es ist nicht nur eine Frage der Stärke und der
Entschlossenheit des Schrittes aber auch von der Gleichmäßigkeit und vom Rhythmus. Man kommt in Gang in dem
man 2-3 Schritte vor den Glutteppich macht und mit dem selben Schritt geht man über die hoguera ohne schneller
zu werden aber auch ohne langsamer zu werden. Anders als das Klima eines Fußballstadions das durch die vielen
Zuschauer hervorgerufen wird, normalerweise geben würde dieser starke regelmäßige und rhytmische Schritte auf
der Glut besonders, beeindruckend wenn die Experten laufen, gibt dem Zuschauer das Gefühl einen Ritual von
archaischer Größe mysteriös und feierlich teilzunehmen. Die Einzigartigkeit dieser Performance ist unterstrichen von
der Tatsache daß der Großteil der pasadores 42) über das Feuer geht und dabei eine Person trägt manchmal auch 2 einer sitzt auf dem anderen 43). Also auf den Schultern und so wird das Gewicht das der Körper auf die Glut
ausübt höher und wie einige sagen wird auch das Risiko der Verbrennung geringer. Es gibt keine Vorbereitung
oder eine Art Training, Prüfung. Wenn einer entscheidet über das Feuer zu gehen ist das alles. Man lernt nur
sehend sagen die pasadores unterstreichend daß dies eine einzigartige Sache ist ohne die Verbindung des Wortes
, daß nur durch den Blick gelernt wird und dann mit dem Körper. Schauen ist vor allem die Aktion die es schon
immer schon für jeden die Möglichkeit das Feuer zu überwinden gilt. Ich habe es immer machen sehen, es wird so
verständlich und denkbar und so wird auch die Gefahr verringert scheinbar . Aber schauen ist auch die Aufnahme
von der Mechanik der Gesten, man zieht sich die Schuhe aus, streift die Füße über die Erde, schreitet stark über die
Glut und dann auch die Abfolge der Emotionen, von der anfänglichen Angst bis zur Explosion der Freude am Ende.
Und dann handelt es sich auch um ein Schauen, das nicht einfach die Imitation erlaubt, wie schmerzvoll die
verschieden Fremden erfahren konnten die als der paso del fuego vorbei war selbst auch probiert haben über die Glut zu gehen und sich verbrannt haben 44). Es ist eher ein gesehen haben, das nicht von einem der zufällig
vorbei gehenden geklaut werden kann, weil es sich in Wirklichkeit um vielschichtige Visionen des Körpers handelt.
Die sich jedes Jahr wiederholen. Unauflösbar verbunden mit dem hier und wir von dem ursprünglichen Ritual. Die
Technik kann also nicht gelehrt werden und auch nicht probiert werden, weil die Probe ist ja selber die Aktion des
Feuerlaufs ist und in dieser Art das Wörterbuch auch den Begriff beschreibt. Es ist keine Vorbereitung für eine
Schau, die einer Generalprobe der wirklichen Schau vorgeht, Aber es ist ein Versuch einer Probe der man sich
unterwirft und in diesem Fall auch das Zeugnis, daß die Tatsache wirklich ist 45). Die Vorbereitung findet sich in den
kurzen Momenten die direkt vor der Performance stehen und man gibt sich zufrieden mit den antreibenden Worten
der Freunden und hört auf indem Moment in dem die Konzentration sagt, daß man gehen muß. Konzentration ist
das Wort das die Sampedrani nehmen um ihren Bewußtseinsszustand zu beschreiben, wenn sie über das Feuer
gehen. Ein klarer Zustand, ein Zustand der Gesammeltheit in sich selbst. Mit nichts vergleichbar was manchmal als Zustand der Trance beschrieben wird 46). Auch wenn es einem rituellen Schema folgt, das von der Tradition
festgeschrieben ist der paso del fuego doch eine individuelle Performance die weite verschiedene Arten der
Improvisation und der Veränderung bietet. Nur eine Mindertheit der Sampedran macht dieses Ritual mit
verschiedener Motivation, die Anzahl der pasaodres ist nicht festgelegt. In den letzten Jahren waren es ungefähr
20. Und man weiß auch nicht vorher wieviel Personen über das Feuer gehen und wieviele junge Leute es das erste
Mal probieren werden und es gibt auch kein Mindestalter um zu beginnen. Einige tragen eine Art Uniform von
weißer Hose und roter Scherpe um die Hüfte, andere tragen die Kleidung aller Tage, manche bekreuzigen sich
bevor sie in die hoguera gehen andere grüßen feierlich das Publikum, andere sind angespannt und andere sehr
entspannt und sicher. Und das was zählt ist das man von einer oberflächlichen Betrachtung verschiedener Arten
ausmachen kann über dieses Feuer zu gehen. Die erfahren pasadores gehen mit einem unbeindruckten
Gesichtsausdruck über den Glutteppich und treten fest mit langsamen und entschlossenem Rhythmus auf sie
werden nie schneller und gefallen sich darin am Ende ihre unverletzten Füße zu zeigen. Andere eher junge und
beim ersten Mal mit dabei kriegen nach 2 oder 3 Schritten Panik und mit einem überraschtem Gesicht voll Ausdruck
des Schmerzes. Wenn man nicht sich auf unerklärliche oder natürliche Begabungen sich berufen will die die
Teilnehmer haben muß man zugeben, daß die Technik verbessert werden kann. Probieren und lernend jedes Jahr aufs Neue 47).
3.3. Das Risiko des Verbrennung und die lokale Deutung des Nichtverbrennung
Dadurch daß man immer wieder hört daß die Bewohner von St. Immer wieder durch das Feuer gehen ohne sich zu
verbrennen wird das jährliche Ritual dadurch etwas wie ein normales Dorffest. Wie eine sommerliche
Zurschaustellung, wie eine bizarre Sache aus der Provinz. In Wirklichkeit auch wenn der Ausgang der Probe der
normalerweise positiv ist und die meisten Performer heil herauskommen wissen doch alle daß das Risiko des sich
Verbrennens immer da ist und dieses gibt auch einen Sinn zur Herausforderung. Es ist nicht wie ein Spiegelei zu
essen antwortet ein Interviewter. Als er gefragt wurde was für eine Gefahr die pasadores. haben. Er vergleicht sie
mit dem die ein Torrero bei der corrida hat. Die lokale Erinnerung hat eine Aufzeichnung von Mißerfolgen von
pasadores die sich verbrannt haben und auch stark. Manchmal sagen sie ist es die Schuld von dem der sich weh
getan hat. Weil der die Probe ohne Glaube antritt oder er hat zuviel Angst oder er hat zuviel getrunken oder er hat
sich nicht zu sehr konzentiert meist sind es metallische Objekte wie Nägel oder Münzen die von irgend welchen
unachtsamen Fremden in das Feuer geworfen wurden und diesen Kontakt mit den Füßen der pasaodres haben einige Verbrennungen hervorgerufen 48). Abgesehen von diesen Fällen die auch sehr sporadisch sind warten alle
Zeugen darauf, daß normalerweise während des Feuerlaufs hier niemand sich weh tut oder verbrennt 49). Am
Ende sagen sie fühlt man eine starke Wärme an den Füßen eine Sensation die einige beschreiben, ein Kitzeln oder
prickeln das einige Stunden anhält. Manchmal gibt es kleine Verbrennungen Blasen unter den Füßen wie wenn du
dich mit einer Zigarette verbrennst, aber diese kleine Verletzungen hindern niemand daran nach dem Feuerlauf
sich in Sprüngen und wilden Tänzen darzustellen und eine große Freude zur Schau zu stellen. Die auch oft Zuschauer beteiligt 50) . Es gibt verschiedene lokale Erklärungen warum sich die sampedrani nicht weh tun. Caro
Baroja hat nach dem Fest 1950 folgende geschrieben: “Die Modernisten glauben das es eine bestimmte Technik
gibt mit einer perfekten physische Erklärung, die Traditionalisten sehen es als eine Grazie oder eine mystische
Tugend etwas spezielles, ganz exklusiv (CARO BAROJA J. 1950: 59). Auch heute noch nach 50 Jahren nach dem
Besuch von Caro Baroja sind diese Meinungen auf dem Fest zu finden. Auch wenn es scheint daß die Modernisten
mittlerweile die Oberhand über die Traditionalisten haben. Sicher die Statue der Virgen de la Pena reich bekleidet
und geschmückt wird immer noch nachmittags durch das ganze Dorf getragen und manch einer fleht sie an um
Schutz und Gnade vor dem Feuer. Heute jedoch ist die Erklärung die viele sampedran haben eher eine physische
Erklärung des Phänomens und eine technische Kompetenz (“pisa fuerte y firme”). man glaubt tatsächlich, daß der
Fuß dadurch, daß er stark auf die Glut drückt ihre Hitze auslöscht und dadurch die Hitze und die Verbrennungsmöglichkeit abnimmt 51). Auch wenn diese 2 Erklärungen auf ganz verschiedenen Ebenen
stattfinden die eine religiös die andere profan hat doch ein fundamentales Element gemeinsam, es hat direkt
etwas mit der Zugehörigkeit der lokalen Einwohner zu tun und eine große Probe des Stolzes. Es ist weit verbreitet
zu glauben, daß nur die Menschen aus San Pedro Manrique über das Feuer laufen zu können ohne sich zu
verbrennen. (CARO BAROJA. 1950: 59) Daher ist also das “sentirse del pueblo, sentirse sampendrano” eines der
exklusivsten und grundlegendsten Bedingung die die Möglichkeit ergibt über das Feuer zu laufen. Nach der lokalen
Optik, die paso del fuego ist nicht nur oder ist nicht mehr nur ein religiöses Ritual hat keine therapeutische
Motivation, es ist nicht mal vor allem eine Mutprobe oder eine inidividuelle zur Schaustellung, es ist eher ein
extremes Zeugnis von Treue einer gemeinsamen Zughörigkeit. Es ist die jährliche Bestätigung von Einzigartigkeit
und von einem kollektiven Format und begründet immer wieder neu die Identität der Gruppe. In einem antiken
Ritual das immer wieder so seinen Grund und seine Legitimität findet 52).
4. Zur anthropologischen Interpretation einer effektiven Körpertechnik
Wenn es je nötig gewesen wäre, meine Forschung ist eine weitere Bestätigung der Tatsache, daß man nicht an
den Phänomen der Schmerzlosigkeit und der Nichtverbrennung die mit dem Feuerlauf zu tun hat zweifeln kann 53).
Ich glaube ich habe wirklich überprüft, daß einige der einschränkenden Erklärungen haltlos sind, die nach und nach
von de Martino vorgebracht worden sind. Wie die Stärke der Haut, die Benutzung von schützenden Substanzen,
die niedrige Temperatur des brennbaren Materials, die Autosuggestion (DE MARTINO E. 1958 (1948): 52 -53) 54).
So gibt es also das Problem einer anthrophologischen Erklärung dieser außergewöhnlichen Darstellung des
menschlichen Körpers. Eine Erklärung also die ohne die Resultate der physischen biologischen Forschung zu
ignorieren sich aber nicht flach zufrieden gibt sondern sie wiederholt in einen Komplex von psychokulturellen
Dynamismen die charakteristisch sind für alle Formen des Feuerlaufens. Es geht nicht darum die Interpretation zu
vermindern die die Möglichkeiten des menschlichen Körpers darstellen und die in der Materie die biologischen und
physischen Prozesse in denen es beim Feuerlaufen geht. Es handelt sich eher darum zu zeigen auch mit der
Legitimation und Autorität der persönlichen Erfahrung dieser Möglichkeiten aktiv werden und möglich werden in
einer Situation die im Subjekt eine intensive emotionale Mobilisation hervoruft. Eine Erklärung die verbreitet genug
ist ähnlich wie man sich erinnern wird zu der profanen Erklärung von den pasadores aus San Pedro de Manrique).
Es ist die Hypothese, daß der Fuß in dem Moment in dem er stark auf der Glut ist die Verbrennung oder Hitze
unterdrückt oder aufhebt zumindest für einen Moment und so die Verbrennung nicht stattfindet da es kein
Sauerstoff gibt. So wie man in etwa die Flamme einer Kerze auslöscht zwischen den Fingern 55) Man kann dies
gutfinden da dies dem Feuerlauf eine wirkliche und eigene Körpertechnik zugesteht die auch effizient ist aber
diese Theorie erklärt nicht warum einige sich verbrennen. 2 Amerikanische Forscher der Physiker Bernhard Leikind.
und der Psychologe William McCarthy haben versucht diese Frage zu lösen indem sie eine physische Charakteristk
des Verbrennungsprozesses annahmen, also der Unterschied der zwischen der Temperatur eines Materials
besteht und die Möglichkeit der Hitze der oder termischen Energie die dadurch produziern kann, also die
Holzkohlen haben zwar eine hohe Temperatur aber sie haben eine niedrige termische Energie und daher
verbrennen sie nicht die Füße wenn sie für einige Momente nur kurz darauf stehen (LEIKIND B.- MCCARTHY W.
1985) Diesem interpretativen Bild den die anderen Autoren auch als auslösend empfinden wie den religiösen
Glauben, veränderter Bewußtseinszustand, chemische Prozesse des Nervensystems scheinen also absolut
unwichtig. Und es ist unausweichlich die Schlußfolgerung, daß jeder Mensch so über das Feuer gehen kann. Einem
ähnlichen Resultat jedoch auf anderem Wege sind einige Deutsche Forscher gekommen (LESK M. et al. 1981: 186)
denn sie haben verglichen die Art und die physichen Bedingungen des Feuerlaufens von den Anastenarides aus
Griechenland mit dem von 6 Proben auf verschiedenen Feuerteppichen die sie aus experimentellen Gründen
einfach gemacht haben. Mit verschiedenen Verfahren sehr komplex und sehr genau sind die Temperaturen und die
Dicke der Glutteppiche gemessen worden die Schnelligkeit, die Anzahl der Schritte, die Zeit der Verbindung mit dem Glutteppich usw.
An den 6 experimentellen Feuerläufen haben sie 6 verschiedene Techniken und Geschwindigkeiten ausprobiert und
einigen Feuerläufern sind auch Schutzcremes unter die Füße gestrichen worden und es wurden auch verschiedene
Typen von Sensoren genommen um die Temperatur der Körpers und der Feuer, des Herzschlages usw. zu messen 56). Von den Messungen erscheint unter anderem, daß die Zeit der Verbindung mit der Glut sei es in den
Experimenten sei es in den Feuerläufen von Anastenarides zwischen 0,25 und 0,8 sec variert mit einem
Durchschnitt von 0,4 sec der wie die Forscher sagen einem normalen Schritt entspricht. Durch diese große
Forschung ist die Schlußfolgerung der deutschen Forscher folgende: Aufgrund unserer Experimente können wir
sagen, daß es unter normalen alltäglichen Bedingungen möglich ist über einen Glutteppich zu gehen ohne
vorbereitende Zermonie ohne irgendwelchen physisch/psychischen Bedingungen, ohne religiösen Glauben ohne
eine besondere Technik des Laufens und andere Bedingungen (LESK M. et. Al. 1981:186). Ohne jetzt eine
derartige drastische Position werten zu wollen kann man sich doch etwas wundern über die Tatsache daß sich
strenge Forscher die Tatsache verschiedener Experimente einfach ignorieren und diese Experimente sind zu den
verschiedensten Schlußfolgerungen gekommen. Einige davon insbesondere die Studien über die hypnotische
Suggestion und der Aktivität des zentralen Nervensystems in der Antwort des menschlichen Gewebes auf
thermische Stimulanz bezieht sich Steven Kane in einer Forschung über eine Gruppe der Pentecostali Sekte. Der
Grund der Forschung war die psychischen. Faktoren herauszufinden durch die jemand immun wird gegen die
Verbrennenden Wirkungen des Feuers die die Pentecostali in ihren religiösen Zermonien erproben. Gelegentlich
geht eine bestimmte Nummer von Gläubigen begleitet von Musik und Gesang vor und zieht eine brennende Fackel
über einige Körperteile oder sie stecken die Hand ins Feuer um sich dabei gewöhnlich aber nicht immer nicht zu
verbrennen und auch keinen Schmerz zu spüren. Die Dauer der Aussetzung der Flamen überdauert teilweise 10sec
ein Zeitraum der eher schon lang ist, daß sogar der selbe Kane als er die Sache imitieren wollte sich stark und
schmerzhaft verbrannte (Kane S. 1982 S. 373). Die Phänomene die in dieser Feldforschung und auch in den
Erklärungen der gläubigen einen erklärenden Schlüssel finden sind nach diesem Autor die augenblicklichen Effekte
die immun machen gegen Schmerz und der Verbrennung die durch eine Kondition von hypnotischer Trance
experimentell eingegeben wird hervorgerufen wird. Im Fall der Pentecostali ist das Vertrauen in die eigenen
Unverwundbarkeit geschaffen vom Glauben an den göttlichen Schutz es wäre also die Bedingung die eine
bestimmte Aktivität des Zentralen Nervensystems hervor rruft die dann schützt vor den schädlichen Aussetzungen
an das Feuer “Wissenschaftler schließt Kane neigen dazu die eigene Erklärung abzulehnen die die Gläubigen in
ihren religiösen Zermonien haben. Aber in diesem Fall scheint es eine kleine objektive Wahrheit zu sein in der
Behauptung der Informanden die sagen es braucht Glauben um sich dem Feuer auszusetzen
(Kane 1982 S. 382). Tatsächlich beschäftigen sich 2 wichtige Forscher wenigstens für die Anthropologen wichtig mit
dem Thema des Vertrauens und des Glaubens in einem Schlüssel der nicht nur symbolisch oder religiös ist. 1.
Erwähnt Mauss dieses Thema als eines die die Technik des Körpers geschaffen und ausgearbeitet hat. Er erwähnt
die außergewöhnlichen physischen Leistungen von australischen Jägern die von einem Gebet und dem Gebrauch
eines magischen Steins hervorkommen. Und er sagt Mauss sagt das Vertrauen ist das psychologische Moment das
ich mit einer Handlung verbinden kann die zuerst eine biologische Resistenz ist, dies wird erreicht durch Wort und
ein magisches Objekt. Er stellt also fest, daß in diesen wie in anderen Fällen die technische Handlung und die
physische Handlung und magisch religiöse Handlung vermischt sind. Aber er weiß nicht wie er diese
Übereinstimmung interpretieren und nominieren soll bis er nicht zum Schluß kommt, daß diese Handlungsweisen
Techniken sind. Eben körperliche Techniken. (MAUSS M 1991 (1950) 391-392).
In einem anderen theoretisch methodischen Bild bezieht sich das ganze genau auf die Herrschaft über das Feuer
und auch Martino stellt das als ein schwieriges dornenreiches Thema vor und er sagt daß der Glaube also eine
augenblickliche Aufhebung der Brennkraft des Feuers hervorruft und das ein Ausdruck sei von Repräsentationen
und Affekten, von Glauben und von Mythen (DE MARTINO E. 1958 (1948): 67) Um genauer zu sein sagt er unter
den erforschten Fällen und kontrolliert eben was diese Herrschaft über das Feuer ist und da sind 2 Versuche in
London der 30 Jahre gemacht worden und beide handelten von moslemanische Indern die ohne sich zu
verbrennen über einen Glutteppich gingen ohne irgend eine bestimmte Vorbereitung aber nur wie sie selber sagten mit der Kraft des Glaubens
(DE MARTINO E. 1958 (1948): 64-65). Es wäre einfach eine derartige Erklärung als Hämik abzulehnen und zu
sagen daß dieses mit den physischen Phänomen nichts zu tun hat. Man sollte jedoch vorsichtig sein und darauf
achten, daß auch die verschiedensten Protagonisten der Feuerläufe einen ähnlichen Erklärungsschlüssel benutzen.
Der Kult von den Anastarides in Griechenland paso del fuego di San Pedro Manrique und die postmodernen Kurse
vom Feuerlaufen Phänomene die niemand auch nicht der Blindeste der Evolutionisten nicht in eine Linie stellen
würde aber gerade durch ihre Gleichzeitigkeit zeigen sie 3 verschiedene Modulationen der Glaubenshandlung oder der Richtung des Glaubens 57) aber über die es sich lohnt einen Moment nachzudenken. Es ist offensichtlich, daß
der Glauben als Grund der Rituale genommen wird die mit einem religiösen Horizont zusammenhängen wie im Fall
der Anastenarides für die das Feuerlaufen eine Glaubenshandlung ist ein Wunder das sie jedes Jahr erneut
vorführen und das ihren Glauben zur Existenz und der Macht von St. Constantin bestätigt (DANFORTH L 1989 S.227
). Oder wie im Fall der amerikanischen Pentecostali die sich durch die Kraft des Glaubens an Gott unbestraft, über
das Gesicht und den Körper in die Flamme der Fackel führen.(Kane S. 1982 S). Auch die Einwohner von San Pedro
Manrique Sowohl von lokalen als auch fremden Beobachtern bestätigt wird, schreiben den Glauben an den Schutz
der Virgen de la Pena die Fähigkeit zu das Ritual zu machen ohne sich zu verbrennen. Sicher ist hier wie wir
gesehen haben verwickelt sich hier das Motiv des Glaubens mit dem profanen Vertrauen in die eigene Fähigkeit
der pasdoeres und in den Wert der traditionellen Technik. Aber es ist auch zu unterstreichen daß beide nur Teil
eines gemeinschaftlichen Horizonts sind die jedes Jahr wieder bestätigt wird in der Feier des Ritus auf den sich ja
die lokale Identität beruft und auch zur Schau stellt. Weniger offensichtlich aber genauso häufig ist der Bezug zum
Glauben in den Ausübung von Feuertechniken wie sie eher in profanen Zusammenhängen ausgeübt wird. Zum
Beispiel Schweighardt ist sehr genau zu diesem Punkt “Die Kraft des Glaubens macht das möglich was unmöglich
erscheint...die Feuertechnik ist nur ein außerordentlich beeindruckendes Exempel mit dessen was der Glaube
möglich macht....der Glaube ist Gewißheit, daß ein kosmisches oder göttliches Prinzip gibt, daß uns führt und uns
schützt. Glauben heißt das eigene Leben zu formen in dem unumwerflichen Vertrauen in die göttliche Kraft die alles
ausfüllt. (Schweighardt K.. 1987 (1986): 39). Hier wird der Glaube nicht nur auf eine göttliche Gewalt bezogen
aber wird auch moduliert in mehr oder weniger weltliche oder selbstanschauliche Weise wie unbeeinflußbarer
Glaube an den Erfolg des eigenen Schaffens eben sogar die Möglichkeit das Unmögliche zutun. (Schweigkert K
.1987 (1987): 35). Ein ähnlicher Prozess der Bewegung oder der Schwingung des Glaubens ist auch in den
Feuerlaufkursen in denen ich teilgenommen habe zu sehen. Wo der Glauben ein nicht genauer bestimmtes
kosmisches oder göttliches Prinzip die Möglichkeit gibt sich nicht zu verbrennen oder Schmerz zu fühlen und läuft
gleich neben mischt sich auch gleichzeitig mit dem “Glauben ! Basta Keine Fragen stellen!” 58)
Das wird sowohl auf die Realität des Phänomens bezogen als auch auf die persönliche Möglichkeit die Probe zu
bestehen. Die Abwandlung des Glaubens in einfaches Vertrauen an sich selber ist in neueren und anderen Kursen
ganz offensichtlich “ weiterführende Motivation, Entwicklung der menschlichen Potentiale” bei diesem ist das
Feuerlaufen von jedem religiösen bzw. kulturellen Zusammenhang losgelöst und wird nur benutzt als
psychologisches Mittel um an sich selbst glauben und das größte Vertrauen in die eigenen persönlichen Reserven zu haben 59). Man unterstreicht nicht also eindringlich und heterogene Ausdruck des Glaubens um dann eine
Interpretation inmitten der Schmerzlosigkeit vorzuziehen und Untrennbarkeit und Feuerfestigkeit im Vergleich zur
Ethik noch weniger umselbige auf diese zu reduzieren. Eher wird schon versucht eine geschlossene
anthropologische Perspektive daraus zu machen befreit von den Beschränkungen der Biologie. Bei der es teilweise
unwichtig ist sie kann sich also nicht auf gleichem Gelände damit messen. Mit anderem Wort man muß herausfinden
welche Möglichkeiten die Reserven die die Anthropologie hat um so außergewöhnliche Handlungen interpretieren
zu können. Die der menschliche Körper tut, das tut er ja nicht nur bei den Thermometern, einer Uhr, Radiogramm
und Meßgeräten die sich auf eine mechanische Funktion des Körpers beziehen. Das heißt gleichzeitig fordern und
prüfen eine bestimmte wissenschaftliche Autonomie die sich um die Anerkennung und Erforschung verschiedener
Detontationen und Vermittlungen die die Konsequenz der Verbindung eines Individuums in jede Moment seines
Lebens in einem bestimmten historischen sozialen Zusammenhang auf die menschlichen Wesen sich auswirken
auch für daß was die Zusammensetzung und Kontrolle des Körpers beinhaltet die psychosomatischen Relationen
und die Dynamik Gesundheit Krankheit (SEPPILLI T. 1996: 12) Die Arbeitshypothese bleibt eigentlich noch immer
die von Mauss vorgestellten in Bezug auf die außergewöhnliche Widerstandskraft der australischen Jäger. Eine
der vielen Tatsachen, die die Zusammenarbeit von Körper und moralisch intellektuellen Symbolen aufzeigen
(MAUSS M. 1991(1950): 393). Es gibt dazu noch den Trost daß heute durch die verschiedenen Forschungenen
aufgezeigten Dinge die die komplizieten Interaktionen zwischen biologischer Dimension und soziokultureller
Dimension, die sich dann auf die rituellen Vorgehensweisen mehr oder weniger direkt bezogen auf einen mythisch
oder religiösen Horizont und dadurch in der Lage sind emotionale und Bewußtseinszustände hervorzubringen die
wie starke Modulatoren der Antworten des Körpers auf die physichen Anreize der Umwelt agieren. (SEPPILLI T.
1996: pasim). Man könnte einwenden daß diese Art der Betrachtung nichts mit der Form des Feuerlaufens zu tun
hat, die die ich auch gemacht habe scheinbar in einem Zusammenhang ohne mythische oder religiöse Perspektive
sind, die die ja Teilnehmer nicht haben. Es ist auch wahr daß ich am Anfang der Forschung ausgeschlossen habe
ein wissenschaftliches Experiment machen zu können auch da ich von De Martino vorgewarnt worden war
ungewöhnliche Antonomie die sich die naturalistische Handlungsweise begibt wenn sie sich den Studium der paranormalen Phänomäne widmen will 60). Aber jetzt glaube ich daß meine entzauberte und profane Feuerlauf
ein Vorteil sein kann um zu zeigen, daß das Gewicht der emotionalen Teilnahme und der totalen Anwesenheit die
Situtation und wieviel sie auch günstig hervorgerufen zu sein scheint und aber in jeder Weise absichtlicht erfolgt
werden. Wenn es einerseits wahr ist, daß die Kurse des Feuerlaufens wenn nicht in der künstlichen Weise ein
mythischen Boden haben und sich auch nicht auf das Schicksal einer Gemeinschaft beziehen, sie symbolisieren
auch kein Projekt oder Treue an der Gruppe und in dieser Hypothese könnte man sagen, daß sie ein Ritual
inszenieren, auf das sich kein Mythos bezieht. Ist es anderseits wahr, daß die vielen Aspekte die von nahem
gesehen, daß Verhalten der Personen charakterisiert, tatsächlich in einem Ritualen Aktion stattfinden. Die Sequenz
die genau konstruiert und streng mit bestimmten Gesten verbunden ist, der Gruß an das Feuer, Tänze, Gesänge,
der Dank, die Haltung des Körpers, die Sammlung, die Konzentration, die spontane und überzeugte Teilnahme, der
Feuerläufer auf die Anweisungen des Führers und dann auch noch die überzeugte auch wenn periphere Solidarität
die sich im Laufe des Kurses ergibt und sich in einer großen Intensität nach dem Feuerlauf äußert. Auch so ein
erzeugtes Ritual ganz säkulär und frei von einer Wurzel und einer authentischen Dimension der Gemeinschaft,
tatsächlich kann dort jeder teilnehmen ist der Körper des Performers in einem Prozeß in dem er sich entdeckt als
Teil der physischen Maschine der Möglichkeiten die voraussehbar und auch meßbar sind und gleichzeitig unmöglich
dadurch eine einfache Rolle oder Objekt oder Instrument zu sein. Eine Absicht die scheinbar untergeordnet ist 61).
Die Hypothese daß die Feuerläufer in einen Zustand der Trance gehen könnte vielleicht eine respektable und
überzeugende Erklärung des Phänomens der Schmerzlosigkeit sein. Aber würde dadurch nichts sagen zum
Problem der Feuerwiderstandsfähigkeit. In jedem Fall geht das nicht was sowohl in paso del fuego vo San Pedro
Manrique und erst recht des Feuerlaufens das ich selber gemacht habe so kann ich aus meiner persönlichen
Erfahrung schließen daß immer wieder neu und immer wieder als Bezug man versuchen sollte darauß ein
Bewußtsein möglich zu machen. Die Tatsache daß man nicht von Trance oder einem anderen modifizierten
Bewußtseinszustand sprechen kann heißt nicht unbedingt eine Abwesenheit oder eine banale Normalität. Man
kann eine außergewöhnliche Anwesenheit des Körpers annehmen. Die hervorgelockt und Schritt für Schritt auch
konstuiert wird im Training. Man kann eine klare und entschlossene Annehmen des Körpers sehen, wie das Subjekt
die Spannung bei der Feuerprobe annimmt und der Glaube sie zu bestehen, man kann sogar wagen von einem
speziellen Zustand des Körpers zu sprechen. Die sich mobilisiert in der direkten physischen Nähe der glühenden
Kohlen und die sich in der unwiderrufbaren Entscheidung manifestiert sie mit nackten Füßen zu betreten. Man kann
nicht sagen, daß man nicht bewußt, man entscheidet eben auf den Vollgluttteppich zu gehen. Man spürt seine
Rauhheit und seine Nachgiebigkeit wenn man über ihn geht. Man kontrolliert in einer bestimmten Art und Weise die
Geschwindigkeit des Schrittes, man erkennt die Anwesenden wieder, dennoch bleibt das gewöhnliche Bewußtsein
wie aufgehoben auch die Einschränkungen davon, der man normalerweise der Zerstörungskraft des Feuers
zuschreibt. Man weiß sich ganz und gar Herr von sich selbst und der Situation. Man kann allerdings bis zum letzten
Moment darauf zu verzichten und doch fühlt man sich anders in seinem Körper. Beispiel jemand weint ohne
Erinnerung und ohne Gedanken. Es ist einfach in dieser Perspektive die Einschränkung von auch noch so
komplizierten wissenschaftlichen Experimenten hervorzu zeigen. Die das Feuerlaufen auf die gewöhnlichen
Gesetzte der Physik und Physiologie beschränken wollen. Die Entdeckung daß die körperliche Maschine die
Möglichkeit hat solche Leistungen zu bringen reicht nicht um die anthropologischen Gründe zu erklären in denen
nur bestimmte Personen die normalerweise nichts wissen von den verschiedenen Forschungen sich dem Risiko
aussetzen sich zu verbrennen auf einem dicken Glutsteppich. Aber genausowenig ist es das Motiv aus dem heraus
es passiert, daß jemand verbrennt. Es handelt sich nicht darum die Außergewöhnlichkeit und die Wohltaten des
Feuerlaufens zu verteidigen. Aber eher darum auf den normalen Fähigkeiten des menschlichen Körpers zu
bestehen, daß diese außergewöhnliche Leistungen hervorbringen kann. Das ist ein Gebiet das die Anthropolgen
normalerweise nicht und ungern besuchen. Man kann versuchen an die Grenzen der akademischen Anthropologie
zu gehen um die Arbeit von zwei Autoren Eugenio Barba und Victor Turner zu untersuchen. Die beide auch von
bestimmten Positionen anregende Perspektiven zum Thema der Performance haben.62. Es ist ein Aspekt des
Feuerlaufens, daß wie die pasadores aus San Pedro Manrique dauernd unterstreichen und wie ich auch selber
erfahren habe grundlegend ist in der Ausübung der Performance und daß dennoch scheinbar nie die
Aufmerksamkeit der Wissenschaftler hervorgerufen hat. Man könnte es beschreiben als ein extremen Zustand der
emotionalen und physischen Spannung, daß direkt vor dem Feuerlaufen ist und von dem Subjekt erfahren wird als
Entscheidung sich dem Glutteppich anzuvertrauen. Genau dieses entschieden sein in der Arbeit von Barbar über
die körperlichen Techniken repräsentiert eine grundlegende Qualität des Performers. Es ist schwer zu erklären mit
den Worten auf jeden Fall anders als entscheiden zu, die nur die direkte Erfahrung erkennen lassen kann.
Entschieden sein. Bezieht sich auf den Schauspieler auf das sich trennen von täglichen Körpertechniken und dem
Level von den nicht alltäglichen Techniken zu nähern. Die selber nicht die normalen Konditionen im Gebrauch des
Körpers sind (BARBA E. 1993: 31) Die nicht alltäglichen Techniken basieren auf physischen Handlungen und
performen eine Spannung und ein anderes Potential von Energie hervorrufen (BARBA E. 1993: S.59) Diese Form
von Energie zu beschreiben geht Barba auf den norwegischen Ausdruck “Sats” übersetzbar nach ihm wie Wurf,
Impuls aber auch Vorbereitung im Sinne von Bereit sein daß er unterstreicht an seinem kritischen Punkt daß sich
der Schritt von Intention zur Aktion vollzieht. Ein größeres Zitat wird hoffentlich die Analogie mit dem der Zustand
der psychophysischen Spannung des Feuerläufers aufzeigen. Im Moment der vor der Aktion ist mit aller Kraft ist
der sich schon im Raum zu befreien, aber es ist noch aufgehängt und noch in der Hand der Schauspieler
experimentiert seine Energie in der Form von “Sats”, dynamischer Vorbereitung, das “Sats” ist ein Moment in der
die Aktion vom ganzen Organismus gedacht und getan wird sie reagiert auch mit Spannung in Umbewegung. Es ist
der Punkt an dem man entschlossen ist zu tun. Es gibt eine muskuläre Teilnahme nervös und mental, schon auf
eine Objektiv gerichtet. Es ist das sich dehnen oder sich sammeln aus dem die Aktion hervorspringt, es ist die
Feder bevor sie schnappt. (BARBA E. 1993 S.87). Wenn man dem Barba folgt könnte man eine unendliche
Diskussion über den Bewußtseinszustand der Feuerläufer führen. Und man könnte auch sagen, daß das Geheimnis
oder der Motor dieser Performance genau in der Synergie oder in der Schlüssigkeit von Gedankenaktionen ist in
dem der Gedanke zu Nerve in der Handlung sowohl definiert als auch im Zustand, daß es nicht einfach ein
intentionales Wollen ist, genauso wenig eine Entscheidung, ein Entschlossensein 63) . Da die Frage des Glaubens
kann an diesem Punkt wieder aufgenommen werden mit dem Lohn einer genaueren Präzesion und Kokretität die
zum Schluß die in die irreführende Alternative von Hämik geht wegnehmen, dadurch daß sie sich zeigen als
Erfahrungen die reale Effekte produzieren kann, man kann so sagen, daß die emotionale Spannung von dem
Glauben erzeugt wird in Worten kosmische Kraft Glauben an sich selber funktioniert wie ein potenter Impuls oder
wie ein Satz, daß der Performer in seiner Entscheidung handelt wenn er sich der Feuerprobe aussetzt. Um noch im
Bereich der darstellenden Anthropologie zu bleiben und auf dem speziellen Zustand des Körpers zu bestehen den
der Feuerläufer erlebt wie ein Kurzschluß oder ein Blitz zwischen mentaler Aktivität und physischer Handlung kann
man zum Schluß auch die Notiz von der Erfahrung des Flußes aufnehmen. Turner definiert sie wie “Erfahrung der
Fusion zwischen Aktion und Bewußtsein und der Konzentration der Aufmerksamkeit. Sie charakterisieren den
grundlegenden Moment des Rituals, des Kunst, Sports, der Spiele und sogar im Glücksspiel” (TURNER V 1986 (1982
) S.93.) Die Fusion von Aktion und Bewußtsein in der nach Turner der Fluß steht bedeutet, daß man bewußt ist
dessen was man tut, aber man ist nicht bewußt daß man es ist. Man handelt in einem Zustand von totaler
Teilnahme die das Bewußtsein erlaubt aber nicht das Selbstbewußtsein. Wenn man sich von dieser Verlockung
überraschen läßt, wenn man sich selbst von außen sieht gibt es keine Fusion mehr. Aber Dualismus zwischen
Aktion und Bewußtsein. Der Fluß unterbricht sich wenn Sorge und Angst auftreten, es kann passieren wie es mir z.
Bsp. tatsächlich beim 2. Feuerlauf passiert ist, als ich über die glühenden Kohlen ging, man spürt den Schmerz und
riskiert sich zu verbrennen. Anmerkungen des Übersetzers (hier geht es um das solare Bewußtsein) Der Verlust
des Ich daß man den Fluß spürt (TURNER V. 1986 (1982) S.107) ist also kein Verlust des Bewußtseins aber eine
vertrauensvolle Annahme der Regel die die Handlung der anderen führt. Eine spontane Aufgabe sie zu
interpretieren oder zu handeln, es ist ein direktes Eintauchen in den Fluß der Aktion der Gruppe ob sie jetzt
dirigiert sind vom Führer der lehrt wie man über das Feuer geht oder von der lokalen Tradition angeregt werden in
diesem Gebiet deckt sich meine Erfahrung genau mit dem, daß Turner sagt in Bezug auf die Nichtproblematik der
Handlung die man in diesem Zustand des Flußes tut. “man muß gläubig sein auch wenn dieses nur eine zeitweise
und gewollte Aufhebung des Unglaubens also Auswählen zu glauben daß die Regeln wahrsein. (TURNER V. 1986
(1982): S.109). Das gibt die Möglicheit der Fusion von Aktion und Bewußtsein, das ist das sich konzentrieren auf
die Aufmerksamkeit in einem limitierten Gebiet von Stimuli (TURNER V. 1986 (1982) :106). Es auch der Moment zu
erinnern, daß sowohl paso del fuego von San Pedro Manrique als auch im Feuerlauf Kurs ein die Konzentration
gepredigt wird, wie die mentale Disposition und physische Notwendigkeit um Laufen zu können über die
glühenden Kohlen ohne Schaden davon zu tragen. Wirklich im Fluß zu sein schenkt die Sensation sich zu finden als
“Herrscher der eigenen Aktion und der Umgebung” (TURNER V. 1986 (1982): 108) In diesem ist die
außerordentliche Erfahrung der Emotitionalität sich also auf der Höhe der Leistung zu fühlen und daher auch
gegenüber einer realen Gefahr die Aktion als frei von Sorgen und Angst auszuführen. Schließlich und endlich ist die
Notiz des Flusses hinter dem tieferen Sinn von scheinbar Sinnlosigkeit oder absurden Gefahren die man sich
aussetzt wenn man Feuer läuft “im Fluß zu sein ist sich an der größten Glückseligkeit zu erfreuen die einem
menschlichen Wesen möglich ist” (TURNER V. 1986 (1982): 109). Es ist das gefallen des Flusses das so intensiv
und total ist, daß einen für die Gefahr entschädigt und die Angst die teilweise wenn man sich stellen muß um sie
wirklich erfahren zu können auf dem historischen oder soziologischen Bild kann man bestimmt unterscheiden
zwischen Epochen und Gesellschaften in denen man die Qualität und Frequenz der Erfahrung dieses Flusses die
sie anbieten sei es jetzt ein religiöses Ritual bis hin zu den sportlichen Aktivitäten, aber es bleibt die Tatsache, daß
unabhängig vom Inhalt dieser Erfahrung die Menschen immer weiter hin Situtationen schaffen werden die die
Möglichkeit haben den Fluß hervorzurufen oder sie immer suchen wird auf einem individuellen Level außerhalb der
normal vorgeschriebenen Lebenssituation, im Falle daß diese Widerstände dem Fluß entgegenbringen (TURNER V.
1986 (1982): 109) So sind also die Motivationen vielleicht der Teilnehmer des Feuerlauf Kurses und des pasadores
von San Pedro Manrique so unterschiedlich sie auf dem soziologischen Bild sein mögen, die einen angetrieben vom
Wunsch sich selbst zu realisieren zu wachsen, die anderen dabei ein unwiderrufliche unwiderstehliche lokale
Identität zu bezeugen letzendlich ihre Wurzeln im gleichen anthrophologischen Feld haben vielleicht sogar in einem
dieser somatischen Zustände von denen wir sehr wenig wissen außer von unausreichendem Beschreibungen die
unsere Gesellschaft gibt ohne es klar auszusprechen ist im Text von Turner ein Bezug auf ein präsoziologisches
Level aber auch voranthtropologische Level der Glücklichkeit des Glücksgefühles wenn man im Fluß ist und daß wir
denken können im Fest der Einheit von Geist und Körper wurzelt und schließlich auch von einer Sensation der Fülle
und Anwesenheit begleitet wird. Also kann man glauben daß die große und unbeschreibliche Glücklichkeit die ich
beim Feuerlaufen erlebt habe und die jeder auch auf den Gesichtern und Gesten der pasadores aus Spanien
sehen kann beide wohl der gleichen Natur von der die Turner der Erfahrung des Flußes zuschreibt. Es ist
wahrscheinlich verführerisch aber nicht ausreichend zu registieren wie jetzt auf einem phänomelogischen Level
(TURNER V. 1986 (1982): 109), daß die Glücklichkeit oder das Gefallen in einer nicht alltäglichen Technik des
Körpers sieht. Anderen bleibt noch die Aufgabe zu überprüfen, daß “es vielleicht möglich ist eine größere
Objektivität zu finden als auf den Spuren von Elektoroszillogrammen und Verschiebungen des metabolischen Rhythmus etc.” (TURNER V. 1986 (1982): 109)
|