3. Heidentag - 20. bis 22. September 2002
Bericht über den Heidentag
In abgelegenen Wäldern des Taunus, trafen sich rund zweihundert naturreligiöse Menschen aus ganz Deutschland.
Ein buntes Zeltlager demonstrierte die Vielfalt der Teilnehmer. Neben nomadischen Koten und Jurten standen
modernste Trekking-Zelte und klassische Familiencamper. Veranstalter waren die “KultURgeister” – Dachverband
für traditionelle Naturreligion e.V.
“Naturreligiöse Menschen hat es schon immer gegeben”, so der 1.Vorsitzende Volkert
Volkmann, “sie wurden allerdings durch die christlichen Kirchen, über mehrere
Jahrhunderte hin verfolgt, gefoltert und ermordet, was dazu geführt hat, dass sich bis
heute viele nicht zu ihrer Religion offen bekennen, einfach aus Angst, denn die
Diskriminierung hält bis heute an”, so zitierte ihn auch die lokale Presse in ihrem
Bericht. Der 1. HEIDENTAG, 1998 in Frankfurt am Main wurde mit der Zielsetzung
veranstaltet, die überwiegend kleinen Gemeinschaften zusammen zu bringen, um sich
gemeinsam gegen Verleumdungen zur Wehr setzen zu können. “Immer wieder werden Heiden und Rechtsextreme
über einen Kamm geschert”, erläutert Vorstandsmitglied Merle Pommert. “Natürlich können wir nicht verhindern,
dass es Neonazis gibt die sich heidnisch nennen”, so Volkmann, “aber die haben schlicht weg keine Ahnung. Hitler
war ein Katholik, er hat Heiden ins KZ gesteckt und zwei, drei Runen, jahrtausende alte religiöse Symbole, für
seine Propaganda-Zwecke misbraucht”, so zitierte die lokale Zeitung.
Im Laufe des Freitag Nachmittages reisten viele Teilnehmer an. Zelte wurden aufgebaut, Feuerholz gestapelt, der
Platz wurde geschmückt. Am Abend wurde ein erstes Begrüssungs-Blot getrunken.
Samstag, 12.00 Uhr, kamen alle zu einem großen Kreis zusammen und Volkert Volkmann sprach die Worte des
Begrüßungsrituals: “Im Kreis stehen und sich an den Händen halten bedeutet, es ist niemand drinnen und
niemand draussen, keiner oben und keiner unten.” Ein großes Horn kreiste und jeder brachte einen Segen oder
gute Wünsche zum Ausdruck. Besonders die Gesundheit der Erdmutter lag vielen am Herzen. So wurde betont das
der heidnische Glaube gelebt vor allem bedeutet, umweltbewusst zu leben. Alle angebotenen Speisen stammten
auch aus dem ökologischen Landbau und wurden in großen gusseisernen Kesseln bereitet.
Der Nachmittag brachte für die vielen Hexen und Heiden kulturhistorische Vorträge und
rituelle Tänze und Gesänge, durch den YGGDRASIL-Kreis, Lesungen heidnischer Kurzgeschichten von einem aus Österreich angereisten Autor des ODINIC RITE
Deutschland, einen zusammenfassenden Bericht über die rechte Szene, die sich
heidnisch nennt und sich im Internet verbreitet von der IRFD und die Vorstellung eines Baum-Projektes durch den Verlag-‘Neue Erde‘.
Auch wurde die Wichtigkeit der Abgrenzung zu allerlei fiktiven Kulten hervor gehoben.
“Unsere ursprüngliche Religion, das Weltbild, dass die Menschen in Europa hier hatten
und heute, als nicht anerkannte religiöse Minderheit haben, ist eine sehr komplexe
Religion, zu der das Wissen um Heilkräuter und heilende Rituale gehört”, so die Pressesprecherin des
Dachverbandes zu einer Lokalzeitung. “Das Wissen ist alt und es ist mit dem Volk und der Kultur verwachsen. Es
bringt für Europäer nicht viel, sich aus dem Indischen Teile des Yoga anzueignen und etwas Indianisches dazu zu
mischen, oder einen Glauben den man ablehnt in sein Gegenteil verkehren, wie es die sogenannten Satanisten
tun”. Im übrigen, so zitierte die Zeitung weiter, führe das Heidentum uns alle durch das Jahr: Angefangen mit
Fasching, dem Tanz um den Maibaum, den Johanni-Feuern (Sommersonnenwende), dem Ernte Dank, dem
Totensonntag (Ahnenfest) und dem Weihnachtsfest (Wintersonnenwende), die geweihte Nacht in der das Licht
neu geboren wird, alles heidnische Feste mit christlicher Tünche.
Zur Dämmerzeit konnte ein “heidnisches Erfahrungsfeld betreten werden. Fackeln führten auf einem Pfad durch
den Wald, der allerlei Überraschungen und Erfahrungen bereit hielt.
Samstag Abend stand der festliche Teil auf dem Programm: Die Herbst Tag- und
Nachtgleiche fiel in diesem Jahr mit dem September-Vollmond zusammen. Das wurde als besondere Gelegenheit gesehen, um germanische und keltische Tradition
miteinander zu verbinden. Die germanisch orientierten Gemeinschaften feiern nämlich
die Sonnenfeste, während die keltische Tradition die Mondfeste feiert. Es wurde
gebetet, gesungen und getanzt: Erst in einem groooßen Fackelkreis auf einem Hügel
mit etwa 160 Menschen. Der Vollmond beschien die umliegenden Taunushügel und
Täler und beim Gesang entstand eine Klangwelle. Der Wind war kalt und die Sterne
funkelten. Wieder warm bis heiß wurde einem danach am Feuer. Nackte Bäuche und wallende Umhänge kreisten
zu den Rhythmen der TROMMELGEISTER um’s Feuer.
Der Sonntag Morgen begann mit einem langen, gemütlichem Frühstück. Die Zelte wurden abgebrochen, alles
wurde aufgeräumt. Ein letzter Kreis fand sich zusammen – inne halten – verinnerlich(t)en – und einige Tränen
flossen. Es war wunderschön. Vielen Dank all denen die da waren und dazu beigetragen haben.
Übrigens, es ist kein Tröpfelchen gefallen, die ganzen Tage nicht, woanders schon... Als wir dann zuhause waren,
am Spätnachmittag, in der Küche saßen und noch glücklich vor uns hin lächelten, die Trommeln noch im Ohr, im
Bauch und im Herzen, fing es an zu stürmen und zu hageln. Vielen Dank auch den guten Kräften, die uns schützen und leiten und den Hütern des Platzes.
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Bildergalerie
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Ein wohnliches Heim
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Das grosse Horn
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Die kleinen Hörner
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Die Quelle des Wohlbefindens
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Der Autor liest selbst...
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...vor ergriffenem Publikum
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...und noch mehr Zuschauern.
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Nicht allein der Mond...
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... auch die Irminsul erhellt die Nacht.
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Feurige Darbietungen...
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...von grosser Kunstfertigkeit.
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Auch andere Fackeln...
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...erhellen die Nacht...
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...und den magischen Kreis...
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...beim festlichen Ritual.
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Später, am Feuer...
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...erklingt wilder Rhythmus...
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...und lockt Waldgeister an,...
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...die gern mit uns feiern.
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